Wer blickt noch durch im Kaffee-Siegel Wirrwarr?

Bio-Siegel, FairTrade, Rainforrest Alliance, UTZ Certified; Das sind alles Siegel, die man auf den verschiedenen Kaffees/Espressi findet, aber wer weiss eigentlich, was die einzelnen Zertifikate bedeuten? Welche zeichnen Bio-Kaffee aus und welche fördern nachhaltigen und transparenten Anbau? Mit diesen Fragen haben wir uns beschäftigt und möchten euch unser Ergebnis präsentieren.


Bio-Siegel: Wo das Bio-Siegel drauf ist, ist auch Bio-Kaffee drin. Die Kaffees, die sich mit diesem Siegel kennzeichnen, müssen mindestens 95% Bio sein. Besonders ist zudem, dass es sich um ein staatliches Siegel handelt und die Kontrolle sehr ausführlichen Regeln folgt. Aber Vorsicht: Auch in Kaffees mit Bio-Siegel können bis zu 0,9% gentechnisch manipuliertes Material enthalten sein.


FairTrade: Das FairTrade Siegel baut auf drei Grundpfeilern auf:

  1. Faire Löhne
  2. Langfristige Lieferbeziehungen
  3. Möglichkeit der Vorfinanzierung

Um das FairTrade Siegel zu erhalten müssen Produzenten und Trader Aspekte über die Mindeststandards hinaus erfüllen. Das fördert die Glaubwürdigkeit und die Transparenz. Ausserdem werden Zwischenhändler ausgeschalten und es besteht ein direkter Handel zwischen Produzenten und Händlern. Leider sagt das FairTrade-Siegel noch nichts über die Qualität des Kaffees aus, da keine Verlinkung von fairem Handel und Qualität besteht.


Rainforrest Alliance: Um dieses Siegel zu erhalten ist ein besonderer Einsatz für Öko-Systeme (Landwirtschaft, Klimaschutz etc.) notwendig. Zudem verfolgt die Rainforrest Alliance alle Aspekte der Nachhaltigkeit – ökologisch, sozial, ökonomisch. Allerdings ist Kaffee mit diesem Siegel nicht unbedingt gleich Bio-Kaffee, da der Einsatz von bestimmten Pestiziden erlaubt ist und es sich somit um kein Bio-Siegel handelt.


UTZ Certified Goods: Beim UTZ Zertifikat stehen vor allem soziale Aspekte im Vordergrund. Ziel ist es, das Wissen der Bauern zu fördern und sie durch besseren Anbau und Produktion wettbewerbsfähiger zu machen. Ebenfalls ist es entscheidend, dass Bauern und deren Familie Zugang zu Schulen, Unterkünften, medizinischen Untersuchungen etc. haben. Diese Kombination führt zu einer Verlinkung von Qualität und Fair Trade. Allerdings werden Ökologische Standards bei UTZ Certified Goods stark vernachlässigt. Ebenfalls werden Themen, wie zu niedrige Mindestlöhne und ungerechte Landverteilung nicht angesprochen.

Fazit: Es gibt bisher leider noch kein Zertifikat, dass eindeutig das Beste ist. Je nachdem, was Du erhalten/fördern möchtest, solltest Du nach den einzelnen Siegeln schauen. Wenn Du einen nahezu 100%igen Bio-Kaffee möchtest, solltest du nach Sorten mit dem Bio-Siegel suchen. Forderst Du hohe Standards? Dann bist Du mit dem FairTrade-Siegel gut beraten. Einen besonders nachhaltigen Ansatz, aber eben kein Bio-Kaffee, gibts beim Rainforrest Alliance Certificate. Wenn Du vor allem die sozialen Aspekte der Kaffeebauern fördern möchtest, solltest Du nach dem UTZ-Siegel schauen.

 

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3 Antworten auf Wer blickt noch durch im Kaffee-Siegel Wirrwarr?

  1. Mit großem Interesse habe ich diesen Blogeintrag gelesen. Leider musste ich feststellen, dass nicht alle Aussagen korrekt sind. Bei UTZ CERTIFIED werden ökologische Standards nicht vernachlässigt. Im Gegenteil: UTZ CERTIFIED ermöglicht Bauern auf professionelle und nachhaltige Weise zu produzieren, d.h. mit Rücksicht auf Mensch und Natur. Ökologische Standards sind ebenso Teil unseres Verhaltenscodexes wie soziale Aspekete und Qualität.

    Bei uns gibt es keine Mindestlöhne, weil wir Bauern dazu verhelfen bessere Geschäftsleute zu werden. Ziel ist eine Verbesserung der Produktqualität sowie ein höherer Ernteertrag bei geringeren Kosten und geringerer Belastung der Umwelt. Nachhaltig angebaute und rückverfolgbare Produkte sorgen für eine bessere Positionierung der Bauern auf dem Markt. Für mehr Informationen klicken Sie bitte hier.

    • Biokaffee Tester sagt:

      Vielen Dank für Ihre Antwort und Ihr Interesse an meinem Blog-Post.
      Das UTZ die ökologischen Aspekte vernachlässigt, ist eventuell zu drastisch formuliert. Nach meiner Recherche habe Ich aber das Gefühl, dass diese Aspekte, vor allem auch im Vergleich zu anderen Siegeln, deutlich schwächer sind.
      Ich finde es klasse, dass UTZ den unternehmerischen Geist bei den Kaffeebauern wecken möchte. Allerdings ist es meine persönliche Meinung, dass diesen mit einem Mindestlohn mehr geholfen werden würde, da zunächst die Lebenssituation der Kaffeebauern verbessert werden sollte.
      Besonders positiv finde Ich aber – und das fehlt in meinem Post- , dass man über das “Web based traceability system” die Produkte sehr gut zurückverfolge kann.

  2. Edward sagt:

    Very nice, i suggest webmaster can set up a forum, so that we can talk and communicate.

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